Abschied nehmen - Aussegnungsfeier

 

Liturgie einer Aussegnung



Die evangelische Kirche kennt die Form der Aussegnung, einer Andacht am Sterbebett oder im Trauerraum.

Die Texte können von verschiedenen Personen aus dem Kreis der Angehörigen/Freunde vorgetragen werden. Der Psalm kann Vers für Vers abwechselnd zwischen Vorbeter und allen Anwesenden gesprochen werden.

Im Namen Gottes – Vater und Mutter
Im Namen Jesu – Bruder und Schwester
Im Namen des Heiligen Geistes – Freundin und Freund. Amen.

Wir hören auf Worte des 121. Psalms:

Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen:
Woher kommt mir Hilfe?
Meine Hilfe kommt von dir, Gott.
Du hast Himmel und Erde gemacht.
Du wirst meinen Fuß nicht gleiten lassen.
Du behütest mich und schläfst nicht.
Du, Gott Israels, wirst nicht müde
und schläfst nicht ein.
Du behütest auch mich.
Du gibst mir Schatten und stehst mir zur Seite.
Bei Tag wird mir die Sonne nicht schaden
noch der Mond bei Nacht.
Du behütest mich vor allem Bösen.
Du behütest mein Leben.
Du behütest meinen Ausgang und Eingang
von nun an bis in Ewigkeit.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Wie es war am Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.


Unsere Zeit vergeht und mit ihr vergehen wir auch.
Wenn wir das am Tod erfahren, sind wir traurig und in Angst.
Wir denken an N.N.
Was sein/ihr Leben erfüllt hat, das ist nicht spurlos an uns vorübergegangen.
Dafür sind wir dankbar.
Wir sprechen aus, was auszusprechen ist.
Wir vergeben, was zu vergeben ist.
Und wir bewahren, was bewahrt werden muss.
So geben wir N.N. zurück an Gott:
Du, Gott, kennst jeden Gedanken, der diesen Kopf bewegt hat.
Gedanken der Trauer und Gedanken der Freude,
Gedanken, die er/sie mit anderen geteilt hat, und Gedanken, die er/sie für sich behielt.
Bei dir, Gott, sind all unsere Gedanken gut aufgehoben.
Du, Gott, kennst jedes Wort, das dieser Mund gesprochen hat.
Worte des Zorns und Worte der Liebe,
Worte, die laut herauskamen und Worte, die er/sie sich kaum auszusprechen traute.
Bei dir, Gott, sind all unsere Worte gut aufgehoben.
Du, Gott, weißt, was diese Hände bewegt haben, die jetzt ruhen müssen.
Was sie eingerissen uns was sie aufgebaut haben,
wo sie kräftig zupackten und wo sie zärtlich streichelten.
In deinen Händen, Gott, ist alles gut aufgehoben,
was dieser Mensch war und wollte,
was er/sie bewegte und was nun ruhen muss.
Nimm ihn/sie, nimm alles in deine Hände.
Amen.

Wofür uns die Worte fehlen, das fassen wir zusammen in dem Gebet, das Jesus gebetet hat:
Vater unser im Himmel…


Ich bitte euch/Sie, einander an der Hand zu fassen. Wir wollen miteinander einen Kreis bilden – und zum letzten Mal ist N.N. der Mittelpunkt unserer Familie/unseres Kreises.
Gott, allmächtig und barmherzig,
segne uns und behüte uns.
Lass dein Angesicht leuchten über uns
und sei uns gnädig.
Hebe dein Angesicht auf uns und schenke uns Frieden.
Amen.

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Copyright: Reinhold Dietrich, Liturgie einer Aussegnung, zitiert in: Ida Lamp und Karolin Küpper-Popp (Hrsg.), Abschied nehmen am Totenbett. Rituale und Hilfen für die Praxis. Gütersloher Verlagshaus 2006, S. 89-90 ISBN-10: 3579031910
  ISBN-13: 978-3579031910

Abschied nehmen - Aussegnungsfeier
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